Montagsmotivation

Wie man einen Dämonen bekämpft – Runde 1

Nun denn, läuten wir die neue Montagsreihe doch etwas positiv ein. Die Sache mit den kritischen Stimmen und inneren Dämonen ist ja manchmal schon schwer genug. Und das ein ums andere Mal, brauchen wir vielleicht etwas Kampfausrüstung, um gegen sie anzukommen. Aus diesem Grund dachte ich, wie wäre es heute mit einer Idee zur Dämonenbekämpfung? Aber zunächst: Ein Lied.

So, da wir nun der glorreichen Kimya Dawson und ihr Lied gewürdigt haben, das mich im übrigen jedes Mal irgendwie gleichzeitig ertappt und wieder aufbaut, machen wir uns dran diese Stimmen, die “nicht gut genug” “zu dick” “faul” oder “wertlos” flüstern, einmal in die Schranken zu weisen.

Und gleich fange ich an euch ein wenig auf den Boden der Tatsachen zu holen, denn psychische Gesundheit ist nichts, was man in einem Nachmittag, einem 10 Punkte in 10 Tagen Plan oder ähnlichem Hokuspokus erlangt. Im Gegenteil, psychische Gesundheit zu erlangen und zu erhalten kann gut und gerne eine längere Reise bedeuten. Manchmal über Jahre. Und, auch das sei gesagt, es macht nicht unbedingt Spaß.

In Prozesse und Denkmuster einzusteigen, die uns nicht gut tun, die uns immer wieder daran hindern unser Leben zu gestalten und Zufriedenheit zu entwickeln, kann harte Arbeit sein, wenn wir sie jahrelang geübt haben. Jede Wunderheilung ist schier Quacksalberei.

Hatte ich nicht gesagt wir starten positiv? Ja, das tun wir. Denn wenn ihr euch an die Stirn fasst und die Stimme im Kopf sagt: “Alle anderen kriegen das ja auch sofort hin, nur ich nicht”, dann wisst ihr jetzt: Die erzählt kräftigen Bullshit, gepusht durch Selbstoptimierungswahn und Medien, die uns immer wieder vorgaukeln Glück sei so einfach (besonders, wenn wir Produkt xyz kaufen).

the price is high but the reward is great

Maya Angelou

Wenn ich euch erzähle, dass so etwas nicht von jetzt auf gleich geht, dann nicht, um euch darin zu halten und vorzeitig aufzugeben. Sondern aus dem einfachen Grund, dass ich euch ermutigen möchte geduldig zu sein und unendlich liebevoll, wenn es einmal nicht voran geht.

Ganz ähnlich wie mit einem Kind, das gerade laufen lernt. Vermutlich wird es erst einmal 100fach oder sogar 10.000fach hinfallen und am Ende des ersten Tages nicht laufen können. Aber es ist ziemlich wahrscheinlich, dass es laufen lernen wird. Ich würde allerdings nicht für das Kind vorschreiben wann genau. Das wäre ziemlich lächerlich, oder? Und ein bisschen ist es auch so, wenn wir uns um unsere Psyche kümmern.

Der Eine marschiert vielleicht schneller los als der andere und für manche von uns ist der Weg unendlich schwer. Macht es nicht von der Zeit abhängig, die ihr vielleicht braucht. Und lauft nicht allein.

Unbezahlbar sind immer wieder die Menschen, die mit uns laufen, uns mal festhalten, wenn wir straucheln, auf uns warten, schauen wie wir voran kommen und einfach da sind. Ja, das können Freunde, Partner und Familie sein. Aber auch, wenn es vielleicht nicht mehr anders geht, ein Psychotherapeut oder eine Psychotherapeutin. Es ist ein Geschenk teilhaben zu dürfen und ein Privileg auf solchen Wegen dabei zu sein.

Mein sehr schlauer Partner sagt immer “Man kann sich nicht anstellen! So etwas gibt es bei Menschen nicht” Und eine unfassbare kluge Freundin von mir sagte dazu dann “Stimmt, man kann sich ja auch nicht ausstellen” Also traut euch, fragt um Hilfe und seid freundlich zu euch.

Habt einen guten Start in die Woche

Lotte

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