Montagsmotivation

Wie man Dämonen eine rein haut

Wie erschaffe ich noch einmal einen Patronus? Erinnert ihr euch an diese Lichtgestalten aus Harry Potter, die sich zwischen dich und den Dementoren stellen? Super Wesen, oder? Ich mag die sehr. Habe sogar den Test gemacht, welcher Patronus eigentlich zu mir gehört … #nerdgasm. Es war eine Katze. Bei meinem Partner war es ein Lachs. Ich glaube er war danach beleidigt.

Ein Patronus ist großartig,: Er hält alles Üble fern, ernährt sich von guten Erinnerungen und sieht auch richtig nett aus. (Außer es ist ein Lachs, dann sieht er nur witzig aus). Leider gibt es sie nicht in echt. Ganz im Gegensatz zu Dementoren, die sinnbildlich sind für alle Gefühle, die depressive Patient*innen beschreiben.

Was also tun, wenn man gerade keinen Patronus zur Hand, dafür aber eine Menge Demetoren um sich herum hat. Das ist eine nicht ganz banal, auch wenn es so erscheint. Ich glaube der wichtigste aller Punkte ist es um Hilfe zu fragen.

Ich glaube ganz oft berührt das etwas in uns, dass uns das Gefühl gibt wir würden uns am liebsten verstecken und mit niemandem reden. Und genau in diesem Moment ist der Zeitpunkt gekommen für sich einzustehen und zu sagen: Ich habe da ein Problem.

Das kann unfassbar viel Kraft und Aufregung kosten und natürlich ist nicht sicher, wie das Umfeld darauf reagiert. Deswegen ist der wichtigste Zauber nicht der Patronus, sondern die Auswahl der Menschen, mit denen ich spreche. Das kann ein enger Freund sein, den wir schon seit Jahren kennen, ein Partner oder tatsächlich ein Psychotherapeut/eine Psychotherapeutin. Wenn die Dementoren nicht weg gehen, dann ist Letzteres sogar essentiell.

Den Mund aufmachen und besprechen, was mich gerade belastet ist für mich der wichtigste Faktor meines psychischen Wohlbefindens. Ich habe riesiges Glück, denn in meinem Umfeld sind unfassbar viele großartige Menschen, denen ich mich anvertrauen kann – auch wenn ihr Patronus seltsam ist.

Trotzdem ist das schwer. Vor kurzem war es sogar besonders schwer, als ich all meinen Stolz herunter schlucken und meine Eltern bei einer großen Lebensentscheidung um Unterstützung bitten musste. Ich bin ein Fan von Selbstständigkeit und davon die Dinge allein zu schaffen. In einigen Fällen ist das jedoch nicht möglich und wir brauchen Hilfe. Und wenn ich ganz ehrlich bin, ich hatte eine riesige Angst vor der Reaktion. Es wäre viel einfacher gewesen nichts zu sagen und meine Situation nicht zu verändern.

In solchen Momenten denke ich immer an ein Zitat von Brené Brown, der mich ein Stück weit in die Richtung schubst, in die ich eigentlich gehen möchte:

“I’m going to live in the arena. I’m going to be brave with my life. I’m going to show up. I’m going to take chances, and if you’re brave with your life, if you choose to live in the arena, you’re going to get your ass kicked. You’re going to fall, you’re going to fail, you’re going to know heartbreak. Today, I choose courage over comfort.

Brené Brown

Ich kenne wenige Dinge, die mutiger sind als für sich einzutreten und zu sagen: In diesem Punkt brauche ich Unterstützung. Das heißt nicht: “Nimm mir bitte alle Arbeit ab und mache es für mich” Sondern: “Hilf mir dabei die Dinge klarer zu sehen und etwas zu verändern” Aus diesem Grund ist es so wichtig, die wirklich guten Freunde zu fragen. Diejenigen, die dir sagen “Da hast du Mist gebaut, aber ich bin für dich da, wenn du dich frei schaufelst” Aber das ist ein anderer Blogpost.

Habt einen guten Start in die Woche
Liebste Grüße

Lotte

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