Alltags-Lotte,  Gothic-Fuchs

WGT Liebe – all alone

Wie die letzten zwei Jahre zuvor, war ich auch dieses Jahr Pfingsten auf dem WGT anzutreffen. Ich freute mich unbändig darauf, war voller Begeisterung und auch ein wenig aufgeregt.
Denn, im Gegensatz zu den letzten Jahren, war ich allein unterwegs.
Eigentlich gar kein Problem, da aber ein Freund während des Festivals völlig entgeistert fragte, wie es denn so sei allein auf die Konzerte, in die Ausstellungen oder zu den Veranstaltungen zu gehen, dachte ich, es wäre schön etwas darüber zu schreiben.
Offenbar scheint das Thema nämlich tatsächlich einige zu beschäftigen.

Entstanden durch einen Zufallsfotografen, der ungenannt bleiben wollte, mir aber die freundliche Genehmigung für eine Veröffentlichung gab 
Allein auf ein Festival oder zu Konzerten/ins Kino zu gehen ist etwas, das ich sehr gerne mache.

Natürlich teile ich meine Erlebnisse gerne und freue mich über Begleitung, ist diese aus irgendwelchen  Gründen jedoch nicht vorhanden, freue ich mich nicht weniger.
Ich genoss es auf dem WGT genau die Programmpunkte zu haben, die mich am allermeisten interessierten und dabei völlig egoistisch genau das zu tun was mir gefiel.
So begann ich jeden Morgen ganz früh mit einem ausgedehnten Frühstück und Sport in meiner Wohnung, bevor ich mich in aller Ruhe zurecht machte um zum Festival aufzubrechen.
Da ich die Woche sehr angeschlagen war und unter Halsschmerzen litt, gönnte ich mir Ruhephasen und machte genau die Dinge, die mir wichtig waren- ganz ohne schlechtes Gewissen 😉
Ist man allein unterwegs, so ist eine gewisse Einstellung diesbezüglich meiner Erfahrung nach das Allerwichtigste.

Natürlich kann man die ganze Zeit daran denken, dass man nun allein ist, mit niemandem all die Erlebnisse teilen kann und sich selbst dabei leid tun. Das bringt jedoch nur Frust und Ärger mit sich.
Stattdessen voller Neugier und Vorfreude an die Dinge heran zu gehen, bringt sehr viel mehr.
Bei jedem Event, das ich allein und ohne meine Freunde besuchte, sei es weil diese keine Zeit hatten oder bei anderen WGT Veranstaltungen waren, lernte ich neue spannende Menschen kennen, führte viele Unterhaltungen und machte herrliche Bekanntschaften.

So traf ich bei der “Elbisch Rock” Veranstaltung im Völkerschlachtdenkmal (by the way: An alle WGTler und Herr der Ringe Fans: Unbedingt hingehen.Die Herr der Ringe Filmmusik von Musikern im Völki zu hören ist ein echter Traum) drei sehr nette junge Herren aus Franken, mit denen ich ganz spontan den letzten WGT Abend singend, grölend und tanzend auf dem Heidnischen Dorf verbrachte.
Oder ich traf im Kino zu Crimson Peak ganz ganz liebes Grufti Pärchen und bei der Mark Benecke Lesung einen interessanten jungen Mann.

Immer wieder kam ich in Gespräche, die so nicht stattgefunden hätten, wäre ich in einem Pulk von Menschen unterwegs gewesen.
Und auch die Augenblicke in denen ich tatsächlich allein war, gestalteten sich wunderschön.
Ich hörte mit großer Begeisterung dem Guide im GRASSI Museum zu, der uns in die Welt der Düfte und Parfüme entführte oder schlenderte mit größtem Vergnügen über das Heidnische Dorf.
Natürlich hatte ich mich auch mit vielen Freunden beim WGT verabredet, sodass meine “Alleinzeit” recht begrenzt war.
Trotzdem kann ich nur empfehlen: Wenn ihr etwas wirklich gerne machen wollt und es scheitert einzig und allein an der fehlenden Begleitung: Einfach trotzdem machen.
Menschen lernt man beinahe immer kennen.
Ich wünsche euch den wundervollsten Mittwoch

Lotte, die den Post auf der Rückfahrt von Berlin nach Leipzig schrieb

Foto von: fineart-community.de

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