Montagsmotivation

Wenn es nur noch ein Jahr gäbe – Ein Buch zum (Über)Denken

Im Rahmen des gut organisierten Aprils – glaubt mir Umzüge sind echt strukturfördernd – heute ein kleiner Buchtipp für euch. Einfach, weil zum Organisieren ja auch Prioritäten und Gedanken gehören. 😉

Ich habe von Alexandra Reinwarth das erste Mal im „Endlich Om“ Podcast von Stefanie Luxat gehört. Da dachte ich „Wow, das will ich auch können“. Sowas passiert mir häufiger, wenn ich diesen Podcast höre. Das an sich war erst einmal kein Wunder. Dass ich dann das Buch „Das Leben ist zu kurz für später“ kaufte, lag an einem Gespräch mit einer lieben Freundin und einem Wochenende Selbsterfahrung.

Für die „Nicht-Psychologen“ unter euch: Selbsterfahrung macht man während der Weiterbildung zur/zum psychologischen Psychotherapeutin/Psychotherapeuten. Darin wird kräftig an den eigenen Mustern und Glaubenssätzen gerüttelt und geschaut was da vielleicht mitkommt in Gespräche mit Patienten. Das ist nicht nur unfassbar wichtig um eine gute Psychotherapeutin zu werden, sondern macht auch so richtig was mit dir. I LOVE IT.

Und dann habe ich gelesen und gedacht und gedacht und gelesen. Weil, ganz so einfach fand ich das Buch nicht. Was wäre denn tatsächlich, wenn ich noch ein Jahr hätte?
Stilistisch fand ich das Buch recht simpel. Die Beispiele aus dem eigenen Freundeskreis und was die dort alles nicht so gut regeln, während die Autorin durch die neue Sichtweise alles ändert und richtiger macht, muteten manchmal etwas von oben herab an. Ich glaube nicht, dass es so gemeint war, ich fand es allerdings etwas ermüdend.

Was mir an dem Buch gefiel war der Gedanke „Übrigens: Dein Leben ist endlich. Wäre also klug es zu nutzen“ Das mag ich. Tatsächlich habe ich mir schon vor Beginn der Lektüre häufig die folgende Frage gestellt „Wenn mir morgen ein Dachziegel auf den Kopf fiele – sollte so der letzte Tag meines Lebens aussehen?“ Darüber habe ich auch schon einmal hier nachgedacht.

Tatsächlich gehört es ja zum Leben und zur psychischen Gesundheit dazu, dass wir Belohnungen aufschieben können. Fällt uns das schwer, ist es wahrscheinlicher, dass wir eine Abhängigkeit entwickeln, wir straffällig werden oder unsere psychische Gesundheit leidet. (siehe hier).

Nichtsdestotrotz und bei allen ehrgeizigen Lebensplänen ist es manchmal gar nicht so schlecht zu überlegen: „Führe ich gerade ein Leben, auf das ich stolz bin?“ Oder versuche ich mich in etwas zu zwängen, das gar nicht zu mir passt?

Mir geht das ganz oft so, wenn es um das Thema Familienplanung und Hochzeit geht. In den letzten beiden Jahren häufen sich die Menschen, die heiraten, sich vermehren und so richtig angekommen erscheinen immer mehr. Und jedes Mal denke ich „Ich müsste viel weiter sein! Ich müsste längst wissen wer ich bin und was ich will. Stattdessen sitze ich hier irgendwie noch immer am Beginn von allem und für mich ist es schon sehr viel Commitment überhaupt mit einem Mann zusammen zu ziehen!“

Und dann denke ich wieder – sobald ich etwas klarer bin und der Anstupser nachgelassen hat – bereue ich wirklich? Habe ich mein Leben in den letzten Jahren so verbracht, dass ich es schrecklich finde wie es gelaufen ist? Und trotz zahlreicher Fehler und Stolpereien, kann ich ziemlich sicher sagen „Nein“. Eigentlich bin ich total zufrieden mit dem Weg. Und uneigentlich auch.

Wenn mir morgen ein Dachziegel auf den Kopf fiele, dann wäre ich traurig, dass es schon vorbei ist. Sehr sogar. Und ich würde mich ärgern, dass ich meine Prioritäten so manches Mal in Richtung „Ich schreibe noch xyz fertig“/“Ich habe so viel zu tun“ gesetzt habe und weniger in Richtung Eis in der Sonne mit Freunden essen. Genau das wäre ein Punkt, den ich überdenken möchte. Alles in allem ist das aber gut gelaufen, wie es lief.

Woran das Buch mich allerdings sehr freundlich erinnert hat ist: Ich muss mein Leben gar nicht so gestalten, dass andere es bewundern und toll finden. Tatsächlich geht es mich überhaupt nichts an, was andere von meinem Lebenskonzept halten. Und – noch ein bisschen wichtiger :

„ … in the end you won’t remember the time you spent in the office or mowing your lawn. Climb that goddam mountain“

Jack Kerouac

Habt einen wundervollen Start in die Woche

Lotte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.