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Schneespaziergänge und Lieblingsfilme

Ach ja… Das Altern. Vor kurzem habe ich es wieder erfolgreich hinter mich gebracht und zähle nun ein Jährchen mehr auf dem Buckel.
Als Kind habe ich immer gedacht, wenn man so alt ist wie ich jetzt, dann ist irgendwie alles fertig. Jetzt nicht unbedingt Studium und Karriere, aber so privat halt. Man hat so einen komischen Typen auf einem weißen Pferd (wahlweise auch Einhorn) aufgegabelt und gründet dann mal seine Familie. Oder eben man ist schon total reich, hat die Welt bereist und ist irgendwie ständig zu Ausstellungseröffnungen, Oscarverleihungen oder schicken Dinnerparties mit Präsidenten eingeladen.
So ganz realistische Vorstellungen vom Leben halt.
Leider musste ich feststellen, dass diese unglaublich realistischen und bodenständigen Erwartungen bei mir nun ausgerechnet nicht in Erfüllung gegangen sind.
Bei allen anderen in meinem Alter natürlich- nur ich hab das alles wieder nicht (besonders das mit dem Einhorn ist sehr schade, wenn ihr mich fragt).
Traurig bin ich darüber trotzdem nicht. Ätsch!
Denn ich feierte meinen Geburtstag diese Woche auf die denkbar schönste Weise. Gab es letztes Jahr Champagner auf der Champs-Elysée, so begann mein Geburtstag dieses Jahr mindestens genauso schön.
Ich hatte nämlich Besuch von meinem Vater. Am Vorabend meines Geburtstages überzeugte ich ihn mit mir in einen Film zu gehen, von dem ich mir sicher war er würde ihn begeistern.
“Der Marsianer” ist eine Buchverfilmung, die quasi Robinson Crusoe auf dem Mars darstellt.
Nur in witzig und naturwissenschaftlich (wurde mir gesagt- bei Physik steige ich persönlich leider ziemlich schnell aus) und mit Matt Damon für alle normalen Mädchen, sowie Sean Bean (in ÜBERLEBENDER Rolle!!!) für Mädchen wie mich. Tadaaa. Perfekt.

Und, weil der inzwischen auch schon eine ganze Weile im Kino läuft, war es ein Ding der Unmöglichkeit in diverse Blockbusteraustrahlestellen in der Nähe zu zu gehen. Deswegen also auf ins “Regina”, eins meiner persönlichen Lieblingskinos in Leipzig. Es ist nämlich a) noch bezahlbar und hat b) einen sehr netten Retroschick. Für mich also das Nonplusultra 🙂
Dementsprechend lief der Film auch recht spät  am Abend, sodass wir danach tatsächlich die Straßenbahn verpassten und eine halbe Stunde Wartezeit auf die nächste Bahn einkalkulieren mussten.
Gar nicht schlimm, denn – Oh Wunder!!!- es schneite in dicken Flocken vom Himmel und ganz Leipzig war unter einer glitzernden, weißen Schneedecke eingehüllt.
Kurzum  das perfekte Wetter um zurück zu laufen. Und so kam es, dass ich mitten auf der Straße um Punkt Mitternacht und unter fallenden Schneeflocken ein Geburtstagsständchen von meinem Vater gesungen bekam und schlagartig war älter werden und fehlendes Einhorn gar kein Problem mehr.
Das hätte niemand besser bestellen können.
Und so finde ich mich ab mit der fortschreitenden Vergreisung, den pragmatischen Geburtstagswünschen (Ja, ich habe mir einen Staubsauger gewünscht, ihn bekommen und sofort Frodo genannt, damit das Geschenk etwas Mystisches und Geheimnisvolles bekommt) und der Realität. Denn, es gibt immer noch Schneespaziergänge, liebe Freunde mit tollen Geburtstagsgrüßen, Retrokinos und den ein oder anderen magischen Moment im Alltag.

Übrigens war natürlich nicht nur der Start toll, mein gesamter Geburtstag war gefüllt von tollen Ereignissen, lieben Menschen und wärmenden Worten. Ganz so, wie man es sich wünscht.

Und, nur um das mit den realistischen Erwartungen noch einmal abschließend zu kommentieren 😉
Foto via Pinterest

 Ich wünsche euch einen wunderbaren Donnerstag
Lotte, die sicher einen Preis für den wirrsten und sinnlosesten Post überhaupt erhält

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