Montagsmotivation,  Psycho-Lotte

Rumpelstilzchen oder Wie geht’s dir eigentlich?

Dieser Post enthält unbezahlte Werbung für moodpath*

Als angehende Psychotherapeutin bin ich besessen ein Fan von Stimmungen und der aktuellen Gemütslage. Das liegt nicht nur daran, dass ich das für Patient*innen auf dem Schirm haben muss. Es ist auch ein wichtiges Barometer für mich selbst. Darüber habe ich hier schon einmal geschrieben. Nur wenn ich weiß wo ich gerade bin, dann verstehe ich auch wohin meine Reise gehen soll.

Gerade spielt vermutlich bei vielen die Welt immer noch in einer neuen Tonart. Wir haben uns noch nicht daran gewöhnt, dass derzeit alles anders ist. Die einen schmeißen sich in die Produktivität, andere haben im Gesundheitswesen gerade unfassbar viel zu tun, wieder andere kämpfen mit der Langeweile. Aber innehalten und einmal schauen, wie es gerade so aussieht.

Dabei schauen wir vielleicht nicht so gut danach, wie es in uns gerade so aussieht. Ich bin da die allererste. Gerne stürze ich mich in wilde Projekte, die Arbeit oder kaufe 1000 Bücher entwickle diverse neue Ideen. Aber innehalten und schauen, ob bei mir noch alles soweit gut läuft, ist gar nicht immer leicht.

Deswegen war ich sehr begeistert, als ich auf einem Kongress (ja, vor 6 Monaten ging das noch) von der App Moodpath erfuhr. 3 Mal am Tag schickt sie einen kurzen Fragebogen, dessen Beantwortung nicht mehr als 30 Sekunden bis maximal eine Minute dauert . Dann wird die Stimmung kurz gecheckt und näher beschrieben. Fertig. Nach 14 Tagen spuckt das Ganze einen psychopathologischen Befund aus, der auch bei Psychotherapeuten oder beim Hausarzt viel Sinn ergibt. Das Ganze ist kostenfrei, man muss nirgendwo einen Namen hinterlassen oder sich einloggen. I LOVE IT. Das Ganze wird wild beforscht – unter anderem von der Charité in Berlin – und ist eine gute Begleitung im Alltag, da es den Zusammenhang zwischen der derzeitigen Gemütslage und Gefühlen wie Ärger, Überforderung, Zuversicht etc. herstellt.

Selbstverständlich ersetzt die App keine vollwertige Psychotherapie. Sie kann aber helfen die eigene Verfassung zu erkennen. Außerdem gibt es einige kognitiv-verhaltenstherapeutische Übungen dazu, die helfen können eine Situation zu verstehen und zu verändern. Es gibt sogar einen extra Kurs für den Umgang mit Corona. Da ich selbst Verhaltenstherapeutin werde bin ich natürlich insgesamt besonders begeistert.

Übrigens gibt es Psychotherapie auch in der Coronakrise. Psychotherapeutenbesuche sind Arztbesuche und entsprechend erlaubt. Manche finden auch über Video statt, damit eine Gefährdung ausgeschlossen wird.

Die app ist zwar insbesondere für Depressionen und Angststörungen entwickelt, ich empfinde sie aber auch als einen guten Alltagsbegleiter, wenn nicht derartige Symptome vorliegen. Ein bisschen ist es nämlich wie bei Rumpelstilzchen. Wenn wir die Dinge erkennen und sie bei ihrem wahren Namen kennen, dann haben wir wieder mehr Kontrolle über den Ausgang. Und Kontrolle ist gerade etwas, das wir alle gut gebrauchen können.

Habt einen guten Start in die Woche
Liebste Grüße
Lotte

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