Montagsmotivation

Montagsmotivation. Eine wahre Geschichte über Dämonen

In den letzten Monaten habe ich mich rar gemacht. Ich saß allsonntäglich vor meinem Laptop und dachte nach, was ich euch für den Montag mitgeben kann. Mein Kopf jedoch blieb leer. Gähnende Leere, Wüste, nada.

Einige Male setzte ich an und die Worte klangen so falsch und aufgesetzt, dass ich sie nicht ertragen konnte. Um aus dem Film “Ich bin Maris” zu zitieren:

Es war nur wieder der perfekte Blog eines weiteren perfekten Mädchens.

Das will ich nicht. Ich will hier keine Illusion, kein “alles ist immer rosa”, das bin ich nicht. Dafür gibt es genug andere Blogs. Und dennoch habe ich mich nicht getraut zu schreiben. Ich habe mich nicht getraut zu schreiben:

Leute, ich habe keine Motivation für euch, denn ich bin gerade so richtig arg auf der Suche nach meiner eigenen.

Also schwieg ich und der Blog blieb leer. In mir drin war es aber überhaupt nicht leer. Da kämpften Dämonen, die ich lange besiegt zu haben glaubte, mein innerer Kritiker sagte mir jeden Tag was ich alles falsch machte und ich wusste einfach nicht weiter.

Die Wahrheit? Ich war erschöpft und bin es noch immer. Neben einem Vollzeit Job wuppe ich gerade die Ausbildung zur Psychotherapeutin und meine Doktorarbeit. Das bedeutet nicht nur lange Tage, sondern auch volle Wochenenden. Denn die Seminare zur Ausbildung finden am Wochenende statt.

Ich habe mir das selbst ausgesucht, das weiß ich. Dennoch war ich völlig am Ende. Unsere Psyche neigt dazu, alte vielleicht etwas schwierige Muster zu übernehmen, wenn wir uns in emotional bedrohlichen Lagen befinden und so hatte ich den Salat. Mein Kopf war Chaos.

Es gibt eine Art Barriere in Gesundheitsberufen: Wir sind nicht psychisch anfällig. Oder zumindest reden wir nicht darüber. Schließlich bringen wir unseren Patienten bei, wie man sich gesund erhält. Da müssen wir das selbst am besten wissen. Schaut man sich die Selbstmordrate in diesen Berufen an, dann erzählen die Zahlen eine andere Geschichte.

Ja, wir sind genauso anfällig. Und ich fürchte an dem hartnäckigen Gerücht, dass man aus Gründen Psychologie studiert ist mehr dran, als wir eigentlich wahr haben wollen. Zumindest bei mir. Ich kenne meine Dämonen, sie singen mir jeden Tag ein Lied. Aber, um es mit den Worten von Nikita Gill auszudrücken

I will not let you have me without the madness that makes me. If our demons cannot dance, neither can we.

Nikita Gill

Und aus diesem Grund möchte ich Lotte Fuchs ein wenig verändern. Ich möchte weg von dem “ein weiteres perfektes Mädchen in einer weiteren perfekten Welt” Image. Noch ein Stück weiter weg – gerne auch tanzend. Stattdessen möchte ich diesen Blog über psychische Gesundheit sprechen und über ihre Hindernisse. Ich möchte euch mitnehmen auf eine Reise, die Stolpersteine und die Brücken, die manchmal auf dem Weg sind.

Und vor allem, wenn ich mich traue, möchte ich das Ganze etwas persönlicher machen. Vielleicht stelle ich euch den ein oder anderen Dämon vor, mit dem auch ich getanzt habe und der manchmal zu Besuch kommt. Aber natürlich möchte ich euch auch informieren über Ideen, Strategien, Therapiemöglichkeiten. Kurzum:
Wir promoten Mental Health mal so richtig. Was meint ihr? Ich glaube in Deutschland fehlt das ein bisschen. Die Briten und Iren sind da ein Stück weiter und so mancher Amerikaner ist das eben so.

Zeit für uns denke ich. Lasst uns loslegen und mit den Dämonen tanzen. Ich wähle dann mal den Tango, Baby.

Habt einen guten Start in die Woche
Liebste Grüße
Lotte

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.