Montagsmotivation

Lampenfieber – here we go again…

Wer mir auf Instagram folgt (haha Schleichwerbung here we go) weiß, ich war in der letzten Woche auf einem Kongress. Wissenschaftliche Kongresse machen großen Spaß, man sieht Unmengen wahnsinnig intelligenter Menschen, die kluge Dinge sagen, lernt viel über die aktuelle Forschung und hat tolle Gespräche.
Die Crux an der Sache: meistens muss man selbst auch sprechen.
An sich fällt es mir leicht über meine Arbeit zu sprechen, aber meine Forschung innerhalb von 5 Minuten perfekt vor Fachpublikum zu präsentieren, von denen die meisten viel klüger sind als ich jemals sein werde – das ist eine ganz andere Geschichte. Und dann wurde ich auch noch krank. Halsschmerzen. War ja klar. Nervös und halskratzig wie ich war, konnte ich mir eigentlich nur noch vorstellen, wie furchtbar ich Versagen würde und wie sehr ich zum Gespött des Kongresses werde.
Und dann stand ich da. Tag des ersten Vortrags und bibberte innerlich (und vermutlich auch äußerlich).
Also stellte ich mir vor, wie ich nach dem Vortrag mit einem köstlichen Smoothie hinunter an den Atlantik gehen würde, die Wellen und die Wärme der Sonne spüren und einfach atmen würde. Das half mir daran zu denken, dass die Welt nach diesem Vortrag weiter existiert und egal was passieren würde ein schöner Moment auf mich wartet.
Und wer sich jetzt vorstellt, dass ich nicht mehr nervös war und das perfekt wuppte – weit gefehlt.
Ich war so unfassbar aufgeregt, dass ich ungefähr 15x schneller sprach als normalerweise. Es gab einfach keine Chance das zu verhindern und mitten im Vortrag merkte ich wie deutlich meine Nervosität für alle zu erkennen war. Da half nun auch der Atlantik nicht mehr…
Also kratzte ich den allerletzten Rest Mut zusammen, setzte ein breites Lächeln auf und sagte: „Es tut mir leid, ich bin furchtbar nervös. Aber Sie verstehen sicher, es ist mein allererster Talk auf einer Konferenz.“ Und plötzlich begann mein Publikum zu klatschen.
Danach kam eine der Koryphäen aus meinem Forschungsgebiet zu mir, stellte mir viele Fragen zu meiner Forschung, lobte den Ansatz und sagte abschließend wie grossartig sie meine Ehrlichkeit fand und dass es sie daran erinnerte, wie sie einmal angefangen habe. Und ihr werdet nicht glauben wie viele Menschen danach nicht nur mit mir darüber sprachen wie spannend meine Ergebnisse sind (das sind die nämlich tatsächlich) sondern wie schön sie meine Ehrlichkeit fanden.
Und dann habe ich einfach einen Smoothie am Atlantik getrunken 😉

Und die Moral von der Geschichte? Ich bewundere alle Menschen, die ihre Nervosität verbergen können und niemals zeigen, wenn sie aufgeregt sind. Ich werde aber wahrscheinlich niemals so jemand sein. Denn entweder ich rede ich in dreifacher Geschwindigkeit oder werde vor lauter Anspannung ganz still. Beides nicht unbedingt hilfreich. Also habe ich keine Wahl als das zu akzeptieren und im besten Fall auch zu kommunizieren.
Darauf war ich dann am Ende viel stolzer als auf meinen Vortrag.
Habt einen wunderbaren Start in die Woche
Lotte, die noch über das WGT tänzelt.

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