Montagsmotivation

Auf und Davon – Montagsmotivation

Kennt ihr das Lied “Auf und Davon” von Casper? Ich bin jedes Mal völlig fertig, wenn ich es höre. Fertig im positiven Sinn, denn es erinnert mich an das Gefühl in mir neu anzufangen und frei zu sein, dem Alltag zu entfliehen und nicht immer nur funktionieren zu müssen.

In dem Lied sing Casper:

Vielleicht Saint Tropez, vielleicht weit hinter den Bergen
Vielleicht nur Bielefeld, doch dort, wo noch Grinsen was wert ist

Casper, Auf und Davon

Und irgendwie mitten im Alltagstrott, als ich ziemlich abgestumpft und müde vor meinem Partner saß, meinte der: “Vielleicht sollten wir mal weg fahren” Nun waren wir ja Anfang des Jahres auf Island (Ja, die Bilder werden kommen, ich sagte nur Mittwoch, ich sagte nicht an welchen ;)) und das war ein Glück, denn es hat uns gezeigt wie viel Zeit in 2,5 Tagen steckt und wie viel es bringt sich bewusst einmal aus der Comfort Zone zu bewegen.

Dieses Wochenende sollte jedoch anders werden. Wenig Aktion, nur wie beide, irgendwo, in Cafés sitzen, schreiben, Dinge tun, die so wunderschön faul sind und die keinen Zweck erfüllen.

Und so kommt es, dass ich die heutige Montagsmotivation in einer Hotellounge schreibe, mitten in einer Stadt, die ich liebe, auf einem kuscheligen Ledersofa. Um uns herum das Leben, zwischen uns traute Stille.

Wir haben Abende in Whirlpools verbracht und einen ganzen Tag im Café. Wir haben Gin Tonic getrunken, ich habe an meiner Geschichte gearbeitet, der Partner endlich wieder geschrieben. Wir haben niemandem Bescheid gesagt, dass wir hier sind – nur dem Herrn Doktor, weil ein Wochenende an dem man den besten Freund sieht quasi Gratiserholung mit liefert. Und morgens haben wir im Bett gelegen und zugeschaut, wie der Regen Muster an die Scheibe malte.

Es war gar nicht so einfach das zu machen. Mal verschweigen, dass man in der Stadt ist, mal nicht möglichst alle Menschen auf einmal sehen. Und nicht von Termin zu Termin hetzen, sondern einfach da sein. So ganz im Flow.

Es war eine der besten Ideen überhaupt. Auf und Davon, weg vom Alltag in dem ein Umzug geplant werden und Seminare besucht werden müssen. Quasi ein Kopfsprung in die Selbstfürsorge.

Tatsächlich war das ganze viel weniger Aufwand als gedacht. Natürlich, das hat Geld gekostet, aber mit Sicherheit hat es dafür gesorgt, dass ich eines Tages weniger graue Haare haben werde. Schon allein dafür war es das wert.

Denn während meine Gedanken zur Ruhe kamen und ich in einem Buch mit dem Gedankenexperiment “Was würdest du tun, wenn du nur noch ein Jahr leben würdest” blätterte, merkte ich immer mehr:

Es kommt nicht auf den Erfolg an.
Es ist nicht der Doktortitel, der Lebensfreude bringt.
Es ist nicht die Gewissheit die fleißigste Ameise zu sein.

Es sind die Momente, wenn ich den Regen am Fenster malen sehe, wenn ich mit Freunden im Restaurant so laut lache, dass die Nachbarn verschüchtert gucken, es ist in trauter Stille nebeneinander sitzen können und zu wissen: Da ist Liebe. Und tatsächlich ist es auch der Job, also der Teil vom Job, der mich zur Psychotherapeutin werden lässt. Hätte ich sonst nicht so schnell so klar gehabt.

Habt ihr auch ein Auf und Davon erlebt?

Liebste Grüße
Lotte

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