Montagsmotivation

Alte Türen, neue Wege?

Letzten Mittwoch hatte ich einen epiphanischen Moment. Ich sah mir einen Gedanken an, den ich schon sehr lange als scheinbare Wahrheit mit mir herum schleppte. Dann stellte ich fest: Der ist total unlogisch. Der Gedanke war so banal und doch so alltäglich belastend, dass ich mich mit einem Mal leichter, freier und glücklicher fühlte. Beinahe so, als hätte mir jemand ein großes Gewicht von den Schultern genommen. Ich nervte meinen Partner und alle anderen erzählte meinem Partner und vielen anderen ganz begeistert davon und war richtig happy. Kennt ihr das Emoji, dessen Gehirn explodiert? Genau so fühlte sich das an.

Seither denke ich immer wieder daran wie simpel mit einem Mal die Welt wurde, nur weil ich einen alten Gedanken – eine alte “Wahrheit” – auf Logik überprüfte. Wir alle haben Gedanken, Ideen und Vorstellungen, die uns irgendwann im Leben einmal wichtig erschienen und die schleppen wir dann so mit. Frei nach dem Motto “Das haben wir schon immer so gemacht” Sei es: “Ich habe schon immer um 13.00 Uhr Mittag gegessen!” “Ich war schon immer schlecht in Sport” “Mathe macht mir keinen Spaß” “Ich bin sozial ungeschickt” “Vegetarisches Essen schmeckt mir nicht!” oder “Ich kann nicht so viel wie andere”. Hübsche Gedankenketten, die wir aufreihen und nicht mehr hinterfragen.

Dabei sind die vielleicht weder logisch noch hilfreich. Wir denken ja den ganzen Tag. Da ist zwangsläufig viel Blödsinn dabei. Bei jedem Menschen. Sich mal bewusst anzuschauen, wie wir mit uns sprechen und ob wir es uns da nicht ein bisschen schwerer machen, weil wir von Pseudowahrheiten ausgehen, die gar nicht mehr stimmen müssen, kann sehr erfrischend sein. Und selbst wenn sie stimmen sollten ist die Frage: Ist es hilfreich diesen Gedanken immer wieder zu denken oder macht der mich nur fertig. Da dürfen wir auch mal nachschauen wie logisch und hilfreich diese automatischen Prozesse für uns sind. Quasi ein Frühlingsputz für unser Gehirn. Mal raus aus der Box. Wir denken schließlich, das macht kein anderer für uns.

Ein Freund von mir zerriss vor kurzem seine vorbereiteten Stichpunkte für eine Rede. Einfach, weil er ausprobieren wollte, wie es ist unvoreingenommen und frei an etwas heran zu gehen. Eine andere gute Freundin von mir hat dieses Jahr das Motto jeden Monat eine neue Sache auszuprobieren. Damit ein bisschen die Komfortzone erschüttert wird. All das sind Möglichkeiten einmal aus der Box zu treten und zu überprüfen: Sind meine Gedanken und meine Befürchtungen logisch?

Da sich gerade so viele nach Frühling sehnen wäre ein Frühlingsputz mit alten Gedanken doch eigentlich ein guter Anfang, oder?
Ich wünsche euch einen erfrischenden Start in die Woche!

Liebste Grüße
Lotte

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