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8 einfache Tipps für Selbtsfürsorge

Die letzten Montage waren wir ja ein bisschen theoretisch, nicht wahr? Es ging darum, wie man Dämonen eine rein haut, um innere Stimmen, Geduld und darum, dass ich in dem Blog ein bisschen mehr Fokus auf psychische Gesundheit legen möchte. Wie das kam, könnt ihr übrigens hier noch einmal nachlesen, wenn ihr wollt. Selbstfürsorge ist dabei ein wichtiges Thema.

Heute soll es ein wenig praktischer werden. Wer aufmerksam mitliest weiß, bei mir ist gerade viel los. Von äußeren Faktoren wie Arbeit, nebenher Psychotherapeutin werden und Doktorarbeit in den letzten Zügen schreiben bis hin zu innerlichem Aufgewühle – hier geht die Post ab. Und nachdem das alles in einem ziemlichen Chaos mündete, habe ich einige Dinge in meinen Alltag (re)integriert, die mir helfen nicht unterzugehen. Ich habe sie euch in der Reihenfolge aufgeschrieben, wie sie idealerweise am Tag eingehalten werden. Aber bevor jetzt Stress entsteht: Manchmal schaffe ich auch nicht alles und das ist völlig ok.

  1. Stoische Gelassenheit
    Mein Tag beginnt stoisch. Nicht im Sinne von: ich mache einfach blind, was ich tun muss und ignoriere meine Gefühle, sondern im Sinne der Philosophie. Das klingt ziemlich hochtrabend und in dem Moment in dem ich es aufschreibe muss ich selbst ein bisschen lachen. Aber um ehrlich zu sein ist das ein großartiges morgendliches Ritual, das im Kleinen meinen Tag verändert. In dem Buch “The Daily Stoic” von Ryan Holiday * lese ich jeden Tag ein Zitat eines großen Stoikers und einige Gedanken dazu. Das hilft mir tatsächlich enorm in Bezug auf das eigene Erleben und Leben. Vieles davon kann ich in Bezug dazu setzen, wie ich gerade durch die Welt gehe. Das hilft mir eine andere Perspektive einnehmen und es mit auf den Weg nehmen. Insgesamt dauert es zwei Minuten. Aber diese zwei Minuten in meinem grünen Samtohrensessel zu sitzen (könnt ihr hier anschauen) verändert meinen Tag. Es sind nämlich zwei Minuten Entscheidung nur für mich und das gleich zu Beginn des Tages.
  2. Be Water my friend …
    Ich trinke oftmals nicht genügend. Wenn ich im Stress bin schon gar nicht. Sehe ich viele Patienten hintereinander, ist meine Pause dafür oft zu kurz. In 10 Minuten dokumentieren und mich innerlich auf den nächsten Patienten einstellen, ist nämlich schon kompliziert genug. Dazwischen auch noch trinken – gar nicht so einfach. Ich merke, dass ich mich vernachlässige, wenn ich vergesse Wasser zu trinken. Also tracke ich das. Mein Ziel sind 8 Gläser Wasser am Tag im Minimum. Ich male hübsche Wassertropfen aus und freue mich, wenn ich das geschafft habe. Seit ich das mache, geht es mir körperlich viel besser. (Also gerade was so Dinge angeht, die im Badezimmer bleiben, ist das sehr hilfreich für mich gewesen. Wer hätte das gedacht). Zunächst habe ich das übrigens alles selbst gemalt wie in einem Bullet Journal – inzwischen bin ich dazu übergegangen das Ganze in Melanie Murphys “Me Time Journal”* festzuhalten. Das ist vielleicht weniger kreativ, aber effizient, wenn wenig Zeit am Tag übrig ist um alles hübsch selbst zu basteln.
  3. I like to move it
    Dieser Punkt überrascht mich selbst. Seit einiger Zeit fahre ich mit dem Fahrrad zur Arbeit. Nicht jeden Tag, aber so oft wie ich es schaffe. Das sind pro Strecke 11,5 km. Ich fahre ausschließlich durch den Wald und ich liebe es. Heiß und innig. Inzwischen liebe ich es so sehr, dass ich richtig grummelig wurde, als am Donnerstag mein Fahrradschloss kaputt ging und ich die Bahn nehmen musste. Früher habe ich Fahrrad fahren gehasst und hatte Angst davor. Inzwischen fühle ich mich dabei frei und fröhlich. Ein bisschen ist der Weg zur Arbeit und zurück wie Kurzurlaub. Ich treffe Eichhörnchen, Vögel und einmal sogar einen Fuchs, der sich in der Sonne räkelte. Ich bin kein Fan von Fitness Studios, ich habe das einmal versucht und fand es unendlich langweilig. Aber alles was draußen ist liebe ich sehr. Spazieren gehen im Abendlicht ist auch so eine Aktivität, die mich sofort gelassener macht. Yoga am Sonntagvormittag gehört auch dazu. Ich glaube es geht nicht darum, dass wir alle unfassbar viele Muskeln aufbauen und wie Fitnessblogger auf Instagram aussehen, sondern um Aktivität, die Freude macht. Seit neustem also Fahrrad fahren. Oh, well.
  4. Fruitful Advice
    Stichwort kein Fitnessblogger. Essen und ich – das ist so eine Geschichte. Ich liebe gutes Essen, aber ich bin höchst anfällig für ein schiefes Körperbild und dafür, dass ich weniger sein muss, um besser zu sein. “Ich bin fett” ist eine sehr aktive Stimme in mir, die immer wieder dazwischen funkt. Und wenn ich auf sie höre, dann ist echt viel verloren. Also habe ich mich vor einigen Wochen entschieden, dass ich nicht weniger essen, sondern mehr von dem guten Zeug integrieren will. Entsprechend achte ich auf die 5 am Tag. Soll heißen: Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag sollte es irgendwie geben. Da Frühstück, Mittagessen und Abendessen beinahe immer Obst oder Gemüse enthalten, sind das zwei Snacks, die dazu kommen. Ich pfeife dabei übrigens auf die ganzen Trends, die mir einreden wollen, dass Obst eigentlich etwas Böses ist. Auf den Mist habe ich sehr lange gehört und das war das Schlimmste, was ich je getan habe (anderer Blogpost, denke ich). Statt: Weniger essen, bin ich halt für “mehr Obst”. Zum Glück stehe ich total auf Obst und mag es lieber als die meisten Süßigkeiten, sonst wäre das nicht so einfach.
  5. Vorbereitung ist alles
    Thema Essen. Ich habe aus genau diesen Gründen angefangen mein Essen wieder vorzubereiten. Dafür stelle ich mich Sonntags zwei Stunden in die Küche. Ich koche 2 Hauptgerichte in 4 Portionen für den Mitbewohner und mich und meistens noch eine Suppe dazu. Dadurch ist das Mittagessen safe, die Mensa, deren Essen mir immer Bauchschmerzen bereitet, wird ausgelassen und ich muss keine langen Entscheidungen mehr treffen. Das vereinfacht vieles. Und es schmeckt um Welten besser. Win win Situation und für mich ein Schlüssel der Selbstfürsorge.
  6. Dankbarkeit
    Zusätzlich zu Wasser und Obst/Gemüse Konsum versuche ich jeden Abend aufzuschreiben wofür ich dankbar bin. Das holt mich sehr schnell zurück ins Hier und Jetzt. Ganz oft wünsche ich mir nämlich allerlei Veränderung auf einmal und hänge daran, was nicht so optimal läuft. Einmal kurz zu schauen, was heute richtig toll ist und wofür ich dankbar bin, hilft den Fokus zu verändern und macht mich hoch zufrieden.
  7. Ommmm
    Nachdem ihr mir nun durch den Tag gefolgt, mit mir Stoiker gelesen, Wasser getrunken und mitgebrachtes Essen gegessen habt, ist es an der Zeit ins Bett zu gehen. Seit einigen Wochen versuche ich das wieder mit einer geführten Meditation zu verbinden. Apps und Anleitungen geistern unzählige durch das Internet. Ich denke, da werdet ihr fündig. Ich suche mir meist ein Thema aus, das mir gerade gut tun könnte und versuche eine Meditation zu finden, die zwischen 10-15 Minuten geht. Dadurch schlafe ich besser, lasse einiges los und habe weniger Albträume, die mich schon ein Leben lang begleiten. Meditation am Abend ist für mich tatsächlich etwas, das meine Stimmung verändert hat. Häufig mache ich das allerdings eher innerhalb der Arbeitswoche als am Wochenende oder im Urlaub. Das ist für mich ein guter Rhythmus. Selbstfürsorge olé.

Puh, da sind sie also meine 8 kleinen Ideen der Selbstfürsorge. Wie gesagt, nicht alle kommen jeden Tag zum Tragen. Aber sie sind die kleinen Momenten, in denen ich mich bewusst für mich und meinen Körper entscheide. Und schon allein diese Entscheidung macht einen gewaltigen Unterschied für mich. Was sind denn eure Momente, die ihr bewusst für euch nutzt? Habt ihr auch kleine Strategien für den Alltag? Ich bin gespannt von euch zu lernen.

Habt eine wundervolle Woche
Lotte

*Werbung: Alles ist unbezahlt und ich habe nichts davon. Aber ich muss es so kennzeichnen.

2 Kommentare

  • Elke

    Liebe Lotte, das ist toll geschrieben und leicht zu merken aber schwer zu machen. Das Problem ist meistens, es anderen Recht machen zu wollen, und nicht egoistisch zu erscheinen.Dabei bleibt das eigene Leben oft auf der Strecke. Selbstfürsorge ist aber das Wichtigste im Leben wenn mann gesund bleiben will. Ich arbeite noch daran, aber es klappt schon gut. Liebe Grüße von Elke

    • Lotte Fuchs

      Liebe Elke,
      Da hast du völlig recht. Mir fällt das auch immer wieder schwer und ich muss mir das sehr bewusst machen. Manchmal schaffe ich auch nicht alles von dieser Liste – diese Woche bin ich mit schwerer Erkältung nicht Fahrrad gefahren, aber zur Arbeit gegangen … das ist ausbaufähig 😉. Ich finde es aber richtig schön mit kleinen Dingen, die im Alltag funktionieren etwas zu verändern. Das geht meistens schneller als man denkt – zumindest bei mir. Hab einen wundervollen Tag und Danke für deinen lieben Kommentar
      Lotte

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